Dr. Rainer C. Schwinges: Der gestohlene Schädel

Ein Mittelalter-Krimi mit diplomatischen Folgen

Die Idee des Berners Hans Bäli (ca. 1400-1465) war logisch und nachvollziehbar: Wenn man den Bau des Berner Münsters, dessen Patron der Heilige Vinzenz war, beflügeln möchte, wäre es schön, von Vinzenz eine kostbare Reliquie («ein köstlich Heiltum») zu besitzen. Und so stahl Bäli, der in Köln Jus studiert hatte, aus der Kölner Pfarrkirche St. Laurentius den Schädel des Heiligen Vinzenz. Bäli glaubte wohl, sich in Bern Anerkennung zu verschaffen und in die Oberschicht aufsteigen zu können. Doch das Vorhaben schlug fehl, die Sache flog auf und die Reichsstadt Köln beschwerte sich offiziell über ihn bei der Reichsstadt Bern und verlangte die Reliquie zurück. Der unglücklich agierende Bäli scheiterte auch bei anderen Gelegenheiten, so als Beauftragter der Stadt an der päpstlichen Kurie in Rom, in Basel als «Revoluzzer» während der Gründungsphase der dortigen Universität und beim Versuch, bernischer Landvogt in Büren a. A. zu werden.
Als Ironie der (Kirchen)Geschichte darf man es wohl bezeichnen, dass der Heilige Vinzenz unter anderem als Helfer zur Wiedererlangung gestohlener Sachen gilt …

Sonntag, 8. November 2026, 10:30 Uhr 90 freie Plätze Nr. 52
RAK-plus, Schlossgässli 14 - Eingang Kronenhalde
DAUER ca. 1 Stunde
Ticketpreis | Mitglieder CHF 24.00 | Nicht Mitglieder CHF 27.00

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